Die kleine Emma war gerade mal 9 Jahre alt und ein sehr aufgewecktes Mädchen. Gerne spielte sie mit ihren Freundinnen. Auch nach der Schule.

Der Sommer neigte sich dem Ende zu. Langsam wurde es draußen wieder zeitig dunkel. Emma musste immer zu Hause sein, wenn es dunkel wird. Darum lud sie ab und an ihre beste Freundin Mia zu sich nach Hause ein.

Eines Tages wollte Mia bei Emma übernachten. Also sprach Mia dies mit ihren Eltern ab und auch Emma fragte nach ob die beiden Mädchen zusammen die Nacht verbringen können. Die Mädchen freuten sich total darauf. Endlich einmal nachts länger wach bleiben. Endlich einmal lange Geschichten erzählen und über dies und jenes reden.

So geschah es, dass Mia an einem Wochenende bei Emma war. Es war Halloween. Die Zeit der Geister und Gespenster. Emmas Mutter schickte die beiden in Emmas Zimmer um schlafen zu gehen. Und die Mädchen taten dies auch ohne Widerworte. Was die Mutter doch sehr erstaunte. „Wer weiß, was die beiden ausgeheckt haben.“ dachte sie noch.

Emma und Mia verzogen sich ins Zimmer und gingen zunächst ins Bett. Und taten so als würden sie tief und fest schlafen. Emmas Mutter hingegen schlich sich noch einmal ins Zimmer, um nach dem Rechten zu sehen.

Nachdem die Mutter weg war und es vor dem Zimmer wieder ruhiger wurde, standen die Mädchen leise wieder auf. „Emma, wollen wir die Sterne an sehen?“ fragte Mia. Emma war von der Idee begeistert und die Mädchen gingen ans Fenster. Vom Himmel aus schien der Mond, direkt in Emmas Zimmer hinein. Um ihn herum sahen die beiden die Sterne.

Schau mal Mia, da ist der große Wagen.“ Emma zeigte mit ihrem Finger auf die Sterne. Mia, die sich mit Sternbildern gar nicht aus kannte schaute verdutzt in den Himmel. „ Wo denn? Ich sehe keinen Wagen.“ Also erklärte ihr Emma die Sternbilder.

Plötzlich hörten sie aus der Ferne ein lautes krächzen. Ein Rabe flog in der Ferne umher. Der im Mondlicht sehr gruselig aussah. Emma erschrak und duckte sich. „Was war das?“ „Nur ein Rabe.“ sprach Mia. „Nur ein Rabe sonst nichts!“

Emma, die sich noch immer etwas gruselte, saß auf ihrem Bett und fing im Mondlicht an mit ihren Händen Schattenbilder an die Wand zu zaubern. Mia gefiel dieses Spiel und sie machte mit. Während sie so spielten und versuchten sich gegenseitig Angst ein zu jagen, tauchte an der Wand plötzlich ein großer Schatten auf.

Die Mädchen krochen so schnell sie nur konnten unter Emmas Bett und sprachen kein Wort mehr. Der Schatten bewegte sich und klopfte immerzu an die Fensterscheibe. Mia sprach leise: „Da will jemand zum Fenster herein. Ob ich auf machen gehe?“ „Tue das ja nicht“ erwiderte Emma. „Du weißt doch gar nicht was das ist. Am Ende ist das gar ein Monster, was uns holen will.“ Mia die bei weitem nicht so ängstlich wie Emma war fing an zu schmunzeln. „Aber Emma, Monster gibt es doch nur in Geschichten.“

So lagen die Kinder weiter unterm Bett und überlegten was sie tun sollen. Plötzlich kroch Mia unter dem Bett hervor. „Ich geh jetzt nachsehen was das ist. Wir können ja hier nicht ewig herum liegen.“ Mia ging geradewegs auf das Fenster zu. Am Fenster angekommen stellte sie fest, dass der Schatten an der Wand nur von einer Fledermaus kam, die es sich am Fenster bequem gemacht hatte und eifrig mit den Flügeln flatterte.

„Emma du kannst hervor kommen. Sieh doch nur. Hier hängt eine Fledermaus.“ rief Mia aufgeregt. Doch Emma traute sich nicht. Also ging Mia hin und holte sie unter dem Bett hervor und schob sie in Richtung Fenster. „Was bist du nur für ein Angsthase. Die Fledermaus tut uns doch nichts. Sie ist viel kleiner als wir es sind. Am Ende hat sie noch viel mehr Angst vor uns, als wir vor ihr.“

Emma war noch immer nicht wohl. „Ja Du hast Recht, nur eine Fledermaus. Aber Mia, lass uns jetzt ins Bett gehen schlafen. Es ist sicher schon sehr spät.“

Mia fand die Idee gar nicht gut, willigte aber ein. Denn sie hatte noch eine Idee. „Ich werde die Emma jetzt erschrecken.“ dachte sie und legte sich zunächst ins Bett. Während Emma versuchte zur Ruhe zu kommen, um einschlafen zu können, stand Mia kurze Zeit später noch ein Mal auf und suchte sich ein Tuch und eine Taschenlampe, was sie auch fand.

Leise schlich sie zu Emma ans Bett und stellte sich so davor das der Mond einen großen Schatten an die Zimmerwand warf und legte sich das Tuch über den Kopf. Mit der rechten Hand hielt sie die Taschenlampe unter ihr Kinn. Nun musste alles ganz schnell gehen.

Mia knipste die Taschenlampe an, verstellte ihre Stimme und rief ganz laut. „Huuhuuu, ich bin ein Gespenst. Komm mit mir.“

Emma die schon fast eingeschlafen war sprang aus lauter Angst aus ihrem Bett schrie und rannte so schnell sie nur konnte um Licht an zu machen. Als es hell war im Zimmer stand Mia da und lachte laut. „Mia, rief Emma, die aus lauter Angst noch immer zitterte. Hör auf mit dem Quatsch!“

Plötzlich ging die Zimmertür auf. Emmas Mama stand im Zimmer. „Was ist denn hier los?“ „Mama Mia hat mich nur erschreckt. Es ist nichts passiert. Wir haben eigentlich nur ein wenig gruseln gespielt, weil doch heute Halloween ist.“

„Dann ist ja gut.“ erwiderte Emmas Mama. „Aber nun ab ins Bett mit Euch. Es ist schon ganz schön spät. Und schlaft gut.“

Mia die noch immer kicherte ging ins Bett. Emma knipste das Licht aus. „Huuhuu ich bin ein Gespenst“ sprach Mia wieder. Emma lachte nun selbst und legte sich schlafen. Schon wenige Zeit später schliefen die Mädchen tief und fest.

Von GPoe

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