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Maja und das Nachtgespenst

In einem kleinen Dorf, lebte ein Mädchen allein mit ihrer Mutter. Ihr Name war Maja. Sie war ein aufgewecktes Mädchen
und hatte vor nichts Angst.

An einem kühlen Nachmittag, Ende Oktober, saß sie in ihrem Zimmer vor dem Fernseher und schaute sich einen Film mit Gespenstern an. Als dieser zu Ende war lief sie in die Küche zu ihrer Mutter, die dabei war das Essen vorzubereiten. „Mama“ sprach Maja. „Gibt es Gespenster eigentlich wirklich?“ Maja Mutter verneinte. „Also ich denke es gibt Gespenster. Damit verschwand Maja auch wieder.

Maja lies sich von dem Gedanken nicht abbringen. Nach dem Essen ging sie zurück in ihr Zimmer. Draußen war es bereits dunkel geworden. Maja schaltete ihre kleine Lampe an. Diese spendete nur so viel Licht, wie eben nötig war. Sie stand auf einem Nachtschrank, der sich direkt am Kopfende des Bettes befand.

Maja setzte sich auf ihre Bettdecke. Und obwohl die Wand voll mit Bildern war, die sie teilweise selbst gemalt hatte, fing sie an mit ihren Händen zu spielen. Sie formte ihre Hände vor der Lampe so, dass riesige Schattenbilder an ihrer Wand entstanden. Einige davon, sahen schon wie Gespenster aus. „Huh Huh“ rief sie. „Ich bin ein Gespenst.“

Insgeheim hoffte sie, dass sie so Gespenster an locken konnte. Aber es wollte und wollte ihr nicht gelingen. Und das, obwohl Halloween kurz bevor stand. Das fand Maja immer besonders toll. Jedes Jahr zu Halloween zog sie mit ihren Klassenkameraden durch die Gegend. „Süßes oder Saures“ riefen die Kinder. Und am nächsten Tag sollte es wieder so weit sein. Maja freute sich auf diesen Tag.

Nach der Schule, ging es endlich los. Endlich Halloween. Maja verkleidete sich als Gespenst und zog mit ihren Klassenkameraden los. Immer wieder sah sie sich dabei um, ob sie nicht doch ein echtes Gespenst entdecken konnte. Einem der Klassenkameraden fiel auf, dass Maja irgendetwas suchte. „Was suchst du denn nur?“ Maja fühlte sich ertappt. „Ach nichts. Ich dachte nur…“ Damit brach sie den Satz ab. „Suchst Du etwa Gespenster?“ begann der Klassenkamerad wieder zu fragen. „Nein, nein, ist schon gut.“

Als es später Abend war, kam Maja mit ihrer Beute zu Hause an. Sie verstaute die Süßigkeiten und das wenige Geld, was sie erhalten hatte in ihrem Zimmer. Nach einem kurzen Gespräch mit ihrer Mutter ging Maja ins Bett. Sie war doch sehr müde geworden.
Wieder spielte sie mit ihren Händen und warf Schattenbilder an die Wand und schlief darüber fest ein. Sie fing an zu träumen.