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Der verlorene Schuh

Es trug sich zu, dass Josie und Franz mal wieder alleine aus dem Kindergarten nach Hause gehen durften. Der Weg war nicht weit und die beiden waren auch alt genug, um alleine nach Hause gehen zu können. Immerhin dauert es nicht mehr lange bis sie zur Schule kommen. Die beiden verstanden sich von Anfang an sehr gut und wurden über die Jahre im Kindergarten beste Freunde. Es war Hochsommer und die Sonne schien noch immer. Josie und Franz mochten diese Jahreszeit. Weil sie viel an der frischen Luft unternehmen konnten.

Der Weg nach Hause führte sie an einem Bäcker vorbei, wo sie sich jeden Tag Kuchenränder holten, die sie auf dem Weg nach Hause verspeisten. Aber auch ein kleiner Bach kreuzte ihren Weg, der seinen Weg über einen Teich in der Nähe nahm und später in einem Fluss mündete. An diesem Bach wohnten zwei Enten. Immer wieder fütterten die Kinder diese Enten mit Kuchenkrümel.

Doch an diesem Tag waren die Enten nicht da. Josie sagte: „Franz sieh nur, die Enten sind heute gar nicht da. Lass uns doch noch ein klein wenig im Bach spielen.“ Franz hatte sofort eine Idee. „Lass uns einen Staudamm bauen.“

Schon zogen beide los. Sie sammelten Stöcke und getrocknetes Gras. Franz der genau wusste, wie man einen Staudamm baut, zog die Schuhe aus und stieg ins Wasser. Während er damit beschäftigt war einzeln Stöcke in den Boden des Baches zu stecken, sammelte Josie weiter alles zusammen, was sie finden konnte.

„Franz wie viel brauchst Du denn noch?“ fragte sie. „Ich denke das ist genug“ rief Franz. Reich mir nur die paar Äste da auf der Wiese noch. Danach baue ich den Rest an, damit sich das Wasser staut. Josie tat was Franz ihr sagte und beobachtet das Wasser, welches an dem Damm immer höher stieg. „Sieh nur Franz, dass Wasser staut sich schon.“

Franz war auf sein Bauwerk total stolz. Josie nahm auf der Wiese am Bach Platz. Franz setzte sich zu ihr. „Sieh nur Josie. Das Wasser steigt immer höher.“ „Ja“ sprach Josie und hing ihre Füße ins Wasser.

„Josie“ rief Franz entsetzt. „Deine Schuhe, die werden doch nass.“ Doch Josie lächelte nur und fing an mit den Füßen zu baumeln. „Was machen wir jetzt?“ grinste sie Franz an. „Hast Du ein Stück Papier? Dann könnte ich ein kleines Schiff bauen.“

Das Mädchen angelte ihre Tasche und fand ein zwei Blatt Papier, die sie am Tag im Kindergarten bemalt hatte. „Das hier kannst Du haben. Das andere ist ein Bild für meine Mama.“

Franz nahm das Papier und faltet ein Schiff. „Meinst Du das das schwimmt?“ „Klar, Papier ist doch leicht. Das kann auf dem Wasser schwimmen. Sie mal wie bunt das aussieht, durch dein Gemaltes.“ Und damit lies Franz das Schiff auf das Wasser gleiten. Und es schwamm.

Die Kinder beobachteten das Schiff, wie es dem Staudamm immer näher kam. Wo es später hängen blieb. Während Franz versuchte das Schiff weiter zu schuppsen, fing Josie an mit den Füßen zu strampeln. In der Hoffnung das Schiff zum weiter schwimmen zu bewegen. „Josie, hör auf! Du machst den ganzen Damm kaputt.“ rief Franz noch. Doch es war zu spät. Josie traf den Damm mit voller Wucht, so dass er in der Mitte zerbrach. All das angestaute Wasser floss davon. Josie war sichtlich erschrocken und nahm die Füße aus dem Wasser. „Franz mein Schuh, schrie sie laut.“

Doch der schwamm bereit mit all dem Wasser und dem Schiff davon.“ „Oh weh“ Josie zog den anderen Schuh vom ihrem Fuß, aus dem das Wasser nur so tropfte. „Nun muss ich wohl barfuß nach Hause. Wie erkläre ich meiner Mama, dass ich meinen Schuh verloren habe?“ „Sag einfach die Wahrheit. Aber lass uns einfach den Bach entlang laufen. Vielleicht können wir Deinen Schuh wieder heraus angeln.“ Die beide rannten los. Franz suchte sich einen Stock. Damit wollte er den Schuh heraus holen. „Da sieh nur“ rief Josie. Da ist er. Der Schuh hatte sich an einer Baumwurzel fest gesetzt und kam nicht mehr weiter. Franz, der den Stock immer noch in der Hand hielt versuchte den Schuh zu erreichen. Immer wieder schob er den Stock Richtung Schuh, um diesen in seine Richtung zu ziehen. Plötzlich rief er. „Ich hab ihn.“ Doch kaum war der Schuh in der Mitte des Baches, verlor er ihn wieder.