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Der kleine Hass und die große Liebe – überarbeitete Version

Es waren einmal 2 Schmetterlinge. Beide sahen nach außen ziemlich hübsch aus. Je älter sie wurden, desto mehr veränderten sie sich. Auch farblich sahen sie plötzlich ganz anders aus. Jeder wuchs in seiner kleinen Welt auf.
Während der Buntere von beiden über Wiesen flog, auf der allerlei bunte Blumen wuchsen. Er genug Nektar fand um satt zu werden und zufrieden und glücklich lebte, zog der andere im Wald umher. Es war ein Sumpfgebiet, wo er kaum Licht hatte. Blumen gab es nicht. Nur finstere Bäume und Büsche mit Dornen umgaben ihn. Und ab und an eine kleine Blume, die ihre Blute in die wenigen Sonnenstrahlen schob. Der Schmetterling im Sumpfgebiet war sehr unzufrieden.

Eines Tages trafen die beiden aufeinander.“Hee wer bist Du denn? Warum siehst Du so dunkel aus.? Du bist ein Schmetterling, wie ich.” “Lass mich in Ruhe”, fauchte der Dunkle. „Ich hasse Dich.”Der bunte Schmetterling sprach: “Wie kannst Du mich hassen, wenn Du mich doch gar nicht kennst? Warum bist Du nicht einfach nett zu mir und erklärst mir was mit Dir los ist?” erwiderte der Bunte.
“Du sollst mich in Ruhe lassen” sprach der andere nun sehr genervt. “Wenn Du mich nicht in Ruhe lässt, dann…”

“Was ist dann?” fragte der Bunte wieder. “Kennst Du eigentlich das kleine Zauberwort?”Der unzufriedene Schmetterling sah den anderen an:” Du meinst Hass? Ja den kenne ich. Ich komme aus dem dunklen Wald, wo nur Sumpf ist. Kaum eine Blume, nichts. Ich habe Hunger.”

Er schimpfte so sehr, dass es dem bunten Schmetterling Angst und Bange wurde. “Was kann ich nur tun, um ihn auf zu heitern? Auf andere Gedanken zu bringen? Ich könnte ihn mit auf meine Wiesen nehmen. Da ist genug für uns beide.” überlegte er. Langsam flog er näher an den Düsterling heran. “Hör mal, wenn Du mit auf meine Wiesen fliegen möchtest. Ich nehme Dich mit. Es ist genug für uns beide da.”

Der dunkle Schmetterling hatte genug von dem Geschwätz. Er stieß den bunten Schmetterling so derart beiseite, dass dieser auf den Boden krachte und sich nicht mehr bewegte. Schnell flog er hinterher und fing laut an zu singen und zu tanzen. Wie wild flatterte er herum.
Und landete in einem Spinnennetz. Je mehr er sich bewegte, um so mehr sperrte er sich selbst im Netz der Spinne ein. Die wiederum lauerte schon, dass er seine Kraft verliert.

Plötzlich gab es einen lauten Knall, dicke Wolken zogen heran, aus denen dicke Regentropfen fielen. Einer der Regentropfen traf den bunten Schmetterling, der noch immer benommen auf dem Boden lag. Er öffnete die Augen. Das erste was er sah, war der Düsterling, der im Netz um sein Leben kämpfte. “Ich muss ihm helfen.” dachte er.

Schnell rappelte er sich auf und flog Richtung Spinnennetz. Mit all seinen Kräften konnte er den Düsterling befreien. Sie flogen beide davon, so schnell sie nur konnten. Als sie auf der bunten Blumenwiese an kamen, fragte der Düsterling: “Warum hast Du mir geholfen? Ich war so gemein zu Dir. Warum tust Du das?”

Der bunte Schmetterling lachte nur. Flog um den Düsterling herum und sprach: “Warum sollte ich Dir nicht helfen?“

„Liebe ist das Zauberwort. Einzig und allein die Liebe bringt uns voran und macht uns zu dem was wir sein wollen. Nur wer weiß was Liebe ist, der hilft anderen auch in der Not. Aber wer von Hass zerfressen ist, der muss sich nicht wundern wenn man ihn im Stich lässt. Er alleine ist.
Und nun komm. Lass uns Nektar sammeln. Sei froh das Du noch lebst. Die Spinne hätte Dich bestimmt gefressen.”
Der Düsterling schämte sich wirklich sehr und versuchte fortan seinen Hass zu vergessen.Und wenn sie nicht gestorben sind, dann sind sie heute vielleicht Freunde.
( G.Pötsch 2016)

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