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Himmelszelt – Zeit zu gehen

Da sitz ich nun und denke über das Leben nach. Das Leben, was so schnell zu Ende sein kann. Jeder geht einmal seinen letzten Weg. Gemeinsam mit all denen, die einen das ganze Leben begleitet haben.

Wir die da bleiben, sind traurig, manchmal auch total entsetzt, wie schnell so ein Menschenleben doch zu Ende sein kann. Der letzte gang liegt vor uns. Jeder macht das irgendwie auf seine Weise mit sich klar.

Aber wie fühlt sich das für denjenigen an der da gerade geht? Fühlt derjenige überhaupt noch was? Grundsätzlich natürlich nicht. Ist klar. Aber all das was damit zusammenhängt muss und will man auch irgendwie ertragen. Das Leben muss weiter gehen. Mit all dem momentanen Schmerz. Und es geht auch weiter. Irgendwie.

Der Glaube hilft weiter. Sagt man so oft. Aber an was glaubt man dann?

Ich seh das Ganze so:
In meinen Augen sterben Menschen nicht. Sie gehen nur. In eine andere Welt.

Menschen die gehen, werden immer zum Stern. Immer! Und sie leben in uns weiter.

Und auch wenn man es Beerdigung nennt, ist es für mich am Ende doch das hier:
Wir begleiten den Menschen nur. Ans Tor zu dieser anderen Welt. Ja wir verabschieden uns auch. Und die Menschen, die demjenigen am nächsten gestanden haben gehen mit. Bis direkt ans Tor zum Himmelszelt. Was sich dann wie von selbst auf tut.

Manchmal steht man da und sieht wie ein Mensch seinen letzten Gang an tritt. Man steht daneben und hat nur noch seine eigenen Gedanken. Und plötzlich geht genau in diesem Moment der Himmel auf. Die Wolken verschwinden für einen Moment, und die Sonne kommt hervor. So als ob das Tor tatsächlich auf geht und sagen will. „Nun komm.“ Ich bin weiß Gott nicht abergläubig, aber es gibt Momente wo ich dann doch meine Zweifel habe.

Und abends, wenn es dunkel wird, die Sterne am Himmel anfangen zu leuchten. Dann ist genau an diesem Abend wieder ein heller Stern mehr am Himmel. Der Dir am Ende sagen will. „Sei nicht traurig, ich wache nun von hier oben über Dich. Und ich spende Dir Licht in der Dunkelheit der Nacht.“
Geschrieben: Gabi Pötsch 2019